Das Bild zeigt Prof. Dr. Joachim Breuer, den Hauptgeschäftsführer der DGUV

Liebe Leserinnen und Leser,
das 100. Jubiläum der International Labour Organization ILO bietet Anlass, den universellen sozialen Schutz für eine gerechte Zukunft der Arbeit auf den Prüfstand zu stellen. Seit Gründung der ILO wurden weltweit wichtige Standards eingeführt, damit Arbeit sicherer und gesünder wird. Gleichwohl fordert die ILO anlässlich ihres Jubiläums, den Sozialvertrag mit neuem Leben zu füllen.
Das erstaunt zunächst. Reicht es nicht aus, dass die Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit 2017 die Vision Zero zu einer globalen Präventi­onsstrategie gemacht hat? Tausende Organisationen und internationale Unternehmen engagieren sich hierfür, auch die gesetzliche Unfallversicherung mit ihrer Kampagne kommmitmensch.
Wir müssen konstatieren: Ja, dieses Engagement ist wichtig, doch kommt es vielen Menschen nicht zugute, das gilt auch für Deutschland. Denn welchen Schutz genießen all diejenigen, die in flexiblen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten oder soloselbstständig sind? Sie müssen für sich selbst sorgen, werden nicht vom sozialen Netz getragen.
Die Forderung der ILO ist berechtigt: Für die sich wandelnden Beschäftigungsverhältnisse müssen neue Lösungen gefunden werden. Derzeit diskutieren die DGUV und ihre Träger, wie die gesetzliche Unfallversicherung möglichst vielen Menschen Schutz bieten kann. Diese Herausforderung ist kräftezehrend und berührt die Grundsätze der gesetzlichen Unfallversicherung. Doch für den Fortbestand sozialer Gerechtigkeit ist Wandel unabdingbar.
Ihr
Prof. Dr. Joachim Breuer Hauptgeschäftsführer der DGUV