Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung begrüßt neues Entschädigungsgesetz und richtet Zentrale Ansprechstelle für Großschadensereignisse und Unglücke ein.

Um Opfer von Gewalt besser zu versorgen, hat der Bundestag im November das Gesetz zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts verabschiedet. Die gesetzliche Unfallversicherung wird demnach die Versorgung mit Hilfsmitteln sicherstellen. Der Bundesrat hat dem Gesetz zugestimmt. Er empfiehlt, noch vor Inkrafttreten des Gesetzes 2024, eine Evaluation durchzuführen. Sie soll klären, ob eine Übertragung weiterer Leistungsbereiche auf die gesetzliche Unfallversicherung sinnvoll ist.

Das Bild zeigt Rettungskräfte im Einsatz am Breitscheidplatz.
Der Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz jährt sich zum dritten Mal. Mit dem Opferentschädigungsgesetz soll Betroffenen künftig unbürokratisch geholfen werden.

Das neue Soziale Entschädigungsrecht sieht vor, dass Opfern von Gewalt besser geholfen werden soll. Das begrüßt auch die DGUV. Laut Gesetz sind für Krankenbehandlung, Hilfsmittelversorgung und Pflege verschiedene Sozialversicherungsträger mit unterschiedlichen Leistungsmaßstäben sowie die Verwaltungsbehörden zuständig.
Der Bundesrat hat sich am 29. November auch mit den Zuständigkeiten befasst. Er empfiehlt der Bundesregierung eine Evaluation vor Inkrafttreten des Gesetzes. Sie soll klären, ob auch die Bereiche Krankenbehandlung und Pflege auf die gesetzliche Unfallversicherung übertragen werden können. Hintergrund: Für Opfer von Gewalt sind klare Zuständigkeiten und aufeinander abgestimmte Abläufe wichtig. Das vereinfacht den Zugang zu Leistungen und entlastet besonders in Krisensituationen. „Wir unterstützen die Empfehlung für eine Evaluation“, sagt Dr. Edlyn Höller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der DGUV. „Auch aus eigener Erfahrung.“ Die gesetzliche Unfallversicherung habe eine langjährige Expertise im Fallmanagement im Bereich Rehabilitation und verfüge über ein umfassendes Versorgungsnetzwerk. „Wir erbringen alle Leistungen aus einer Hand und mit allen geeigneten Mitteln – von der Heilbehandlung, über Hilfsmittelversorgung, Rehabilitation bis zu Leistungen der Teilhabe“, so Dr. Höller. „Unser Angebot steht, diese Expertise auch für die Heilbehandlung und Reha von Menschen einzusetzen, denen Gewalt angetan wurde.“

Um bei Anschlägen, aber auch Unfällen, bei denen Versicherte verschiedener Unfallversicherungsträger betroffen sind, abgestimmte Vorgehensweisen sicherzustellen, hat die gesetzliche Unfallversicherung mit dem Aufbau von Strukturen begonnen. Hierzu wurde eine Zentrale Ansprechstelle und in jedem Bundesland eine Koordinierende Stelle eingerichtet. Letztere sind bei den Unfallkassen der Länder angesiedelt. Bei einem Großschadensereignis hält die Koordinierende Stelle Kontakt zu Behörden, organisiert den Krisenstab, vermittelt den Zugang zu Hilfsangeboten wie psychotherapeutische Behandlungen und sorgt für eine zentrale Öffentlichkeitsarbeit. „Ich freue mich, dass die neuen Strukturen bis Ende 2019 aufgebaut sein werden.“, sagt Dr. Höller. Selbstverständlich in der Hoffnung, dass sie möglichst selten zum Einsatz kommen müssen.“