Das Bild zeigt Dr. Joachim Breuer, den Hauptgeschäftsführer der DGUV.

Liebe Leserinnen und Leser, 

spätestens nach dem Brexit hat sich deutlich offenbart, dass die europäische Einigung in einer Krise steckt. Das ist beunruhigend und verlangt nach entsprechendem Handeln. Doch welche Maßnahmen sind hier angezeigt? In jüngsten Analysen wird vielfach darauf hingewiesen, dass EU-Bürgerinnen und Bürger den Eindruck haben, dass ihr Wohl und ihre Bedürfnisse zunehmend aus dem Blick geraten, während Wirtschaftsinteressen an Vorrang gewinnen. Daher hat sich die EU-Kommission entschlossen einen neuen europäischen Pfeiler sozialer Rechte zu etablieren. Dieser Weg ist eindeutig richtig. Denn ohne eine soziale Dimension wird sich die Akzeptanz der europäischen Integration weder kurz- noch langfristig verbessern. Zu lange sind soziale Errungenschaften vor dem Hintergrund von Wettbewerb und Investitionen als Hemmnis betrachtet worden. Dabei zeigen zahlreiche Studien, dass langfristig nur die Systeme erfolgreich agieren, die soziale Sicherheit und den Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger als hohes Gut betrachten. Daher muss die EU diesen Weg weitergehen und darauf achten, dass im europäischen Prozess weder Staaten noch Bürgerinnen und Bürger zurückbleiben. Dafür müssen auch die einzelnen Mitgliedstaaten handlungsfähig bleiben und ihre sozialpolitischen Weichenstellungen gemäß des Subsidiaritätsprinzips selbst vornehmen dürfen – so wie es den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort entspricht. Dann wird es vielleicht gemeinsam gelingen, wieder Begeisterung für Europa zu wecken.

Ihr

Dr. Joachim Breuer

Hauptgeschäftsführer der DGUV