Wie kann man Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu einem spannenden Thema machen? Die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund, ein langjähriger Partner der gesetzlichen Unfallversicherung, hat dazu gute Ideen. Die handlungsorientierte Bildungseinrichtung beschäftigt sich mit der Arbeitswelt und bereitet sie publikumswirksam auf. Über den Wandel der Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen an ein Museum für Arbeitsschutz sprach DGUV Kompakt mit Gregor Isenbort, dem Leiter der DASA.

Das Bild zeigt einen Mann in den Ausstellungsräumen der DASA

In Zeiten von wachsender Virtualisierung und KI sind Museen und deren Ausstellungen zeitgemäßer denn je. Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto wichtiger werden Orte, an denen Besucherinnen und Besucher gemeinsam Objekte und Welten haptisch erleben können.

Herr Isenbort, im letzten Jahr feierte die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund ihr 25-jähriges Bestehen. Sind analoge Ausstellungen in Zeiten digitaler Medien noch zeitgemäß?

In Zeiten von digitalen Medien sind Museen und deren Ausstellungen zeitgemäßer denn je! Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto wichtiger werden Häuser, in denen die Besucherinnen und Besucher gemeinsam an haptischen Objekten etwas erleben können. Museen sind Orte des gegenseitigen Austauschs – von Mensch zu Mensch. Gleichzeitig können uns auch die digitalen Medien bei unserer Vermittlungsarbeit unterstützen. Wir nutzen digitale Medien aber nicht allein, um Sachverhalte zu erklären. Wir machen die Digitalisierung selbst zum Thema. So gesehen sind wir auch der Ort, an dem man darüber reden kann. Und zwar im Raum. Das ist das Wunderbare. Hier bei uns können die Besucherinnen und Besucher über die Dinge reden.

Mehr als 200.000 Menschen besuchen jedes Jahr Ihre Ausstellung. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Ich glaube, dass sich unser Erfolg auf eine gute Mischung zwischen Information und Unterhaltung zurückführen lässt. Unsere Ausstellungen sind daher immer erlebnis- handlungsorientiert konzipiert. Über das Mitmachen und nicht über das Erklären oder gar Besserwissen versuchen wir, den Besucherinnen und Besuchern Inhalte zu vermitteln. In unseren Räumen befinden sich nur wenige Texttafeln, denn wir wollen, dass die Menschen mitmachen und dadurch lernen können.

Anfang dieses Jahres fand das traditionelle Szenografie-Kolloquium zum Thema „Zukunft ausstellen“ bei Ihnen im Haus statt. Worum ging es bei dem Kolloquium?

Um die Zukunft! Unser Haus ist keines der Vergangenheit. Die DASA zeigt eindrucksvoll, was im Arbeitsschutz schon erreicht wurde. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen unsere mehrheitlich jungen Besucherinnen und Besucher dafür sensibilisieren, wie sich Arbeit verändert. Zu den ganz großen Herausforderungen zählt der Wandel der Arbeit. Viele der Berufe, die es vor zehn Jahren noch gab, werden in zehn Jahren nicht mehr existieren. Dafür wird es aber Hunderte von anderen Berufen geben. Das bedeutet: Die Arbeitswelt wandelt sich und wir sind nach unserem Selbstverständnis der Ort, der sich damit auseinandersetzen muss. Das ist der Grund, warum wir viele Kolleginnen und Kollegen eingeladen haben, mit uns darüber zu diskutieren, wie man Zukunft in ein Museum bringen kann, obwohl man die Zukunft eigentlich noch nicht kennt.

Der Wandel der Arbeitswelt spielte ja auch in Ihrem Jubiläumsjahr 2018 schon eine Rolle?

Ja, im Mai 2018 haben wir dazu eine Ausstellungseinheit eröffnet. Wir haben das Thema auf zwei Ebenen reflektiert: Zunächst haben wir die technischen Entwicklungen betrachtet. Im zweiten Schritt haben wir die konkreten Auswirkungen des Wandels auf den Menschen analysiert. Das spiegelt unsere klassische Herangehensweise: Mensch, Arbeit, Technik. Für diese Ausstellung mussten wir noch ein Stück weitergehen, denn wir wollten zeigen, dass auch die Anforderungen einer sich immer stärker diversifizierenden Gesellschaft an Leben und Arbeit eine große Rolle, spielen. Das bedeutet, Menschen haben durchaus verschiedene Vorstellungen, wie sie arbeiten wollen, wann sie arbeiten wollen, was sie arbeiten wollen und was das wiederum für ihr Leben bedeutet. Diese Herausforderungen wollten wir unbedingt mit aufnehmen.

Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft - welche Themen werden in der DASA in nächster Zeit neu dazukommen?

Themen wie Wandel der Arbeit, Arbeit 4.0, Industrie 4.0 und Mensch-Maschine-Kollaboration, künstliche Intelligenz und Robotik sind in der DASA bisher unterrepräsentiert. Darauf werden wir in den kommenden Jahren verstärkt reagieren. Es wird sich in diesem Bereich in den nächsten Jahren radikal einiges ändern und da müssen wir am Ball bleiben. Wir widmen uns derzeit dem wichtigen Bereich Pflege-und Gesundheitsberufe Wir werden uns dort mit den veränderten und wirklich harten Anforderungen auf diesem Arbeitsgebiet auseinandersetzen und mit der oft mangelnden Wertschätzung. Das müssen wir jetzt dringend umsetzen, denn der demografische Wandel bedingt, dass dieses Thema für uns alle immer wichtiger wird. Freuen Sie sich auf eine Neueröffnung im Herbst 2020.

Gregor Isenbort, Leiter der DASA

Mehr Informationen zur DASA

Web: http://www.dasa-dortmund.de