Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle geht zurück

Im Juni hat die DGUV die Jahreszahlen 2016 der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen veröffentlicht. Während das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, zurückging, ist die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten deutlich gestiegen. Der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften ist 2016 nochmals um 1,3 Prozent gesunken. Die Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mussten im Durchschnitt nur 1,18 Prozent der beitragspflichtigen Entgelte für die Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zahlen.

Heller Hautkrebs war 2016 eine der häufigsten Berufskrankheiten. Persönliche Schutzausrüstung hilft, die Belastung mit ultravioletter Strahlung zu verringern.

Statistisch betrachtet, ist es etwas unwahrscheinlicher geworden, einen Arbeitsunfall zu erleiden. Zwar stieg die Zahl der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent auf 877 071 an - im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden ist die Unfallquote aber um 0,4 Prozent gesunken. Das bedeutet: Von 1000 Vollarbeitern hatten im vergangenen Jahr rund 22 einen meldepflichtigen Arbeitsunfall. Auch die Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle ging zurück: 424 Menschen starben infolge eines Arbeitsunfalls, 46 weniger als im Vorjahr, 311 infolge eines Wegeunfalls, das sind 37 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Wegeunfälle insgesamt erhöhte sich allerdings um 3,8 Prozent auf 186 070.

„Eine besonders gute Nachricht ist, dass im vergangenen Jahr so wenig Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin starben wie nie zuvor“, sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV: „Aber dennoch ist jeder Unfall einer zu viel. Deshalb setzen wir uns für die Vision Zero ein, also eine Arbeitswelt ohne tödliche und schwere Unfälle.“
Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV

Veränderungen zum Vorjahr gab es bei den Berufskrankheiten. In 20 539 Fällen wurde eine Berufskrankheit anerkannt. Das sind 22,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies liegt unter anderem daran, dass der weiße Hautkrebs durch UV-Strahlung seit dem Januar 2015 auf der Berufskrankheiten-Liste steht. Eine Studie des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat gezeigt, dass die Belastung der unterschiedlichen Berufsgruppen bei der Arbeit im Freien erheblich sein kann. Daher ist es unumgänglich, dass Arbeitgeber auf Basis einer individuellen Gefährdungsbeurteilung geeignete Präventionsmaßnahmen ergreifen und Beschäftigte auf das erhöhte Risiko für Hautkrebs aufmerksam machen.

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