Präventionsbericht legt erste Bilanz vor

Die Nationale Präventionskonferenz hat am 25. Juni 2019 dem Bundesministerium für Gesundheit ihren ersten Präventionsbericht übergeben. Er beschreibt Leistungen, die zur Gesundheitsförderung und Prävention erbracht werden und gibt konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung. Das Besondere: Der Bericht enthält erstmals konkrete Zahlen. Haben die Träger der Nationalen Präventionskonferenz im Jahr 2012 noch 1,27 Milliarden Euro in präventive Leistungen investiert, waren es 2017 über 1,8 Milliarden Euro. Allein die gesetzliche Unfallversicherung gab 2017 rund 1,2 Milliarden Euro für ihre Präventionsarbeit aus.


Das Bild zeigt eine Arbeitende am Schreibtisch mit einem Deskbike.

Die DGUV untersucht, ob man dem Bewegungsmangel am Büroarbeitsplatz mit dynamischen Arbeitsstationen entgegenwirken kann.

Am 25. Juli 2015 trat das Präventionsgesetz in Kraft. Die gesetzliche Unfallversicherung wurde damit verpflichtet, gemeinsam mit den anderen Sozialversicherungsträgern eine nationale Präventionsstrategie zu entwickeln und deren Umsetzung und Fortschreibung zu gewährleisten. Diese Strategie umfasst insbesondere die Vereinbarung von Bundesrahmenempfehlungen. Dabei wurden unter anderem gemeinsame Ziele, zu beteiligende Organisationen sowie Dokumentations- und Berichtspflichten festgelegt.
Gemäß ihrem gesetzlichen Präventionsauftrag sind für die Unfallversicherung zwei Ziele relevant: „Gesund aufwachsen“ und „Gesund leben und arbeiten“. Letzteres berücksichtigt die Vorgaben der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) und richtet sich vor allem an Erwerbstätige. Diese Zielgruppe leidet besonders häufig unter psychischen Belastungen und Bewegungsmangel. Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind die Präventionsangebote der Sozialversicherungsträger vielfältig. „Gerade am Arbeitsplatz können wir Menschen sehr gut mit unseren Präventionsleistungen erreichen“, erläutert Dr. Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der DGUV. Zu diesen Leistungen gehören unter anderem Beratung zu Themen wie Betriebliches Gesundheitsmanagement, Individualprävention, Aufsicht im Arbeitsschutz und Qualifizierungen von Arbeits-schutzakteuren, insbesondere Führungskräften. Die Sozialversicherungsträger bieten den Betrieben zwar rund um Sicherheit und Gesundheit unterschiedliche Hilfen an, dennoch sind diese Angebote laut Präventionsbericht immer noch zu wenig bekannt. „Wir erreichen derzeit von über fünf Millionen Unternehmen und Einrichtungen gemeinsam nur knapp ein Fünftel“, so Hussy. Deswegen wird die gesetzliche Unfallversicherung ihr Engagement in Sachen trägerübergreifender Beratungsangebote für Betriebe in Zukunft weiter ausbauen. Hierfür werden die Präventionsdienste der Berufsgenossenschaften und Unfall-kassen entsprechend qualifiziert, um als „Lotse“ für die Leistungen aller anderen Träger zu agieren.

Web: www.dguv.de