Unfallzahlen erstmals nach Versichertengruppen präzisiert

Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist in 2019 erneut gesunken. Dies ergibt die alljährliche Erhebung der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die die DGUV im Juni 2020 veröffentlicht hat. So ereigneten sich 871.547 meldepflichtige Arbeitsunfälle. 2018 waren es noch 877.198. Die Zahl der Wegeunfälle sank um 1.855 auf 186.672 Unfälle.

Das Bild zeigt eine Übung der Jugendfeuerwehr. Drei Jungs halten einen Wasserschlauch und werden dabei von einem erfahrenen Feuerwehrmann beobachtet.

Auch ehrenamtlich Tätige stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Erstmals wurden die Zahlen zu Arbeits- und Wegeunfällen von Versicherten außerhalb des beruflichen Kontextes gesondert erfasst.

Erstmals wurden die Zahlen zu Arbeits- und Wegeunfällen respektive den neuen Unfallrenten in zwei Kategorien gesondert ausgewiesen: Die eine Kategorie beinhaltet Unfälle, die sich im beruflichen Kontext ereignet haben. Diese umfasst alle Unfälle, die Beschäftigte sowie Unternehmer und Unternehmerinnen erlitten haben. Bei der zweiten Kategorie handelt es sich um Arbeitsunfälle anderer Versichertengruppen. Denn auch ehrenamtlich Tätige, Nothelfende, Rehabilitanden und andere stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Die gesonderte Erfassung ermöglicht einen differenzierteren Blick auf die verschiedenen Versichertengruppen.
So ereigneten sich im vergangenen Jahr 811.722 Arbeitsunfälle im beruflichen Zusammenhang. Bei den anderen Versichertengruppen waren es 59.825. Das Risiko einen Unfall bei der Arbeit zu erleiden, sank damit im Vergleich zu 2018 um 1,4 Prozent. Im beruflichen Kontext verunglückten 180.355 Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zurück, innerhalb der anderen Versichertengruppen waren es 6.317 Personen. Die neuen Arbeitsunfallrenten beliefen sich im vergangen Jahr auf 12.458 im beruflichen Zusammenhang und auf 904 bei anderen Versicherungsgruppen. Mit dem leichten Rückgang der Unfallzahlen im beruflichen Umfeld setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort. Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy sagt hierzu: „Dieser Trend ist für uns ein Ansporn, uns weiter für eine gute Präventionskultur einzusetzen. Neben unseren regulären Aktivitäten gehört hierzu aktuell unser Engagement für sicheres und gesundes Arbeiten während der Corona- Pandemie.“
Und 2020? Die Pandemie wird zweifelsohne Verschiebungen im Bereich der Berufskrankheiten (BK) für das laufende Jahr mit sich bringen. So ist mit einem deutlichen Anstieg bei der BK-Ziffer 3101 zu rechnen, da COVID-19 unter dieser Ziffer als Berufskrankheit anerkannt werden kann, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Darüber hinaus legt die Weiterentwicklung des BK-Rechts durch das 7. SGB IV-Änderungsgesetz einen Zuwachs bei den BK-Anerkennungen nahe. So entfällt ab dem 1. Januar 2021 der sogenannte Unterlassungszwang. Das heißt, die Aufgabe des Berufs ist bei neun Berufskrankheiten nicht länger Voraussetzung für eine Anerkennung. All dies bedeutet neue Herausforderungen für die gesetzliche Unfallversicherung für das laufende wie auch das kommende Jahr.

Web: www.dguv.de

 

Stichwort

BK-Ziffer 3101

Sie umfasst Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis, Masern sowie COVID-19. Als Berufskrankheit können diese Erkrankungen anerkannt werden bei Versicherten, die in den Bereichen Gesundheitsdienst, Wohlfahrtspflege oder Laboratorien arbeiten oder sich in diesen Bereichen ehrenamtlich engagieren.