Gute und sichere Arbeitsbedingungen gewinnen international an Bedeutung

Europaweit, aber auch international gewinnen Themen wie soziale Sicherheit und faire Arbeitsbedingungen immer stärker an Bedeutung. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche und Verwerfungen sowie einem grundlegenden Wandel der Arbeitswelt gilt es, neue Szenarien und Perspektiven zu entwerfen. Neben den diversen Initiativen der Europäischen Kommission hinsichtlich einer sozialen Dimension Europas hat im Mai auch das Treffen der G20-Arbeitsminister und -ministerinnen das Thema auf die Tagesordnung gebracht.


Investitionen in Arbeitsunfallsysteme sind eine unabdingbare Voraussetzung für menschenwürdige Arbeit, vor allem in Entwicklungsländern.

Im Mittelpunkt der Gespräche der Arbeitsminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer standen u. a. nachhaltige Lieferketten, die Zukunft der Arbeit sowie Frauenerwerbstätigkeit. „Die G20-Arbeitsminister haben sich auch mit der ‚Vision Zero‘ befasst – also mit einer Welt ohne schwere Arbeitsunfälle, ohne tödliche Arbeitsunfälle. Es ist ein Erfolg, dass dieses Thema auf der internationalen Ebene platziert ist“, so DGUV Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer, der in seiner Funktion als Präsident der der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) am 19. Mai vor den Ministern sprach. Es herrsche Einigkeit darüber, dass das System der Unfallversicherung bei der Umsetzung dieser Ziele die zentrale Rolle spiele.

Die sozialen Sicherungssysteme stehen auch auf der europäischen Agenda, da diese bei der aktuell angestrebten Stärkung der sozialen Dimension und dem Aufbau eines gerechteren Europas mitwirken. So beinhaltet etwa die von der Kommission jüngst vorgelegte „europäische Säule sozialer Rechte“ 20 Grundsätze und Rechte in den Kategorien „Chancengleichheit und Arbeitsmarktzugang“, „faire Arbeitsbedingungen“ und „Sozialschutz und Inklusion“. Die DGUV begrüßt in einer Stellungnahme die Initiative, weist aber zugleich auch auf das Thema Zuständigkeiten hin, wie es in den Verträgen geregelt ist. „Das Bekenntnis zur Subsidiarität ist wichtig, um die sozialen Standards nicht zu gefährden. Genauso wichtig ist allerdings auch das Bekenntnis zur Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten. Durch einen intensiven Austausch bewährter Praktiken können wir gemeinsam die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern und auch in Zukunft die Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Europa sichern“, so Breuer.

Web: www.dguv.de  (Webcode d1101135)


STICHWORT

Vision Zero 

Das Konzept der Vision Zero – einer Welt ohne schwerwiegende oder tödliche Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten – begleitet die Arbeit der DGUV seit vielen Jahren. Die Vision Zero ist die Basisstrategie zur Entwicklung einer umfassenden und ganzheitlichen Präventionskultur.

 Web: www.dguv.de (Webcode d1036651)