Versicherungsschutz für freiwillige Feuerwehrleute

1,3 Millionen freiwillige Feuerwehrkräfte in Deutschland rücken aus bei Bränden, Unfällen, Überschwemmungen oder anderen Notsituationen. Die Rettungsaktionen geschehen teilweise unter Einsatz der Gesundheit, ja sogar des eigenen Lebens. Hierbei sind die Feuerwehrkräfte durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, die für das gesellschaftliche Engagement besondere Mehrleistungen vorsieht. Bei Unfällen außerhalb des vorgegebenen Versicherungsrahmens unterstützen Härtefallfonds der Länder die Betroffenen.

Das Bild zeigt eine Feuerwehrgarderobe mit Helmen und Schutzbekleidung.
Jederzeit für den Ernstfall gewappnet: Die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr bergen auch ein Unfallrisiko für die Rettungskräfte.

Das ehrenamtliche Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem Katastrophenschutz steht unter dem Schutz der regionalen Unfallkassen sowie der Feuerwehr-Unfallkassen. Der Gesetzgeber hat mit Paragraf 94 Siebtes Buch des Sozialgesetzbuches die Möglichkeit geschaffen, dass neben anderen Personen auch freiwillige Feuerwehrleute bei Unfällen Mehrleistungen bekommen können, die über die gesetzlichen Leistungen hinausgehen. Dies ist Ausdruck einer besonderen Anerkennung ihres uneigennützigen Engagements für die Allgemeinheit, zumal die Einsätze nicht selten ein hohes Verletzungsrisiko haben. „Ihre Absicherung geht deshalb sogar über die Absicherung von Arbeitsunfällen von Beschäftigten hinaus“, bestätigt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Diese individuellen Mehrleistungen sind in den Satzungen der Unfallkassen und Feuerwehr-Unfallkassen verankert. Wie genau die Mehrleistungen geregelt sind, legen Arbeitgeber- und Versichertenvertretungen in der paritätisch besetzten Selbstverwaltung der einzelnen Feuerwehr- bzw. der regionalen Unfallkassen fest.

Dieser umfassende Schutz greift aber nur dann, wenn ein Gesundheitsschaden tatsächlich auf einen Unfall im Dienst zurückgeht und nicht die Folge beispielsweise natürlicher Alterungsprozesse ist. Dr. Breuer: „Diese Fälle sind selten, sie kommen jedoch vor. Die meisten Bundesländer haben daher inzwischen Härtefallfonds geschaffen, die da helfen können, wo das Gesetz der Unfallversicherung eine klare Grenze setzt.“ Solche Regelungen liegen in der Verantwortung der Länder. Die Mittel für die Unterstützungsleistungen fließen teilweise aus den Landeshaushalten, teilweise aus den Kommunen. Im Zuge der Novellierung seines Brandschutzgesetzes beschloss kürzlich der niedersächsische Landtag wie bereits andere Bundesländer einen Härtefallfonds zu schaffen. Die DGUV begrüßt diesen Schritt. So ist gewährleistet, dass ehrenamtliches Engagement auch tatsächlich die Anerkennung und Unterstützung erfährt, die es verdient.


FREIWILLIG HELFEN IM NOTFALL

25 407 Freiwillige Feuerwehren gab es im letzten Jahr in Deutschland.

1.338.553 versicherte Feuerwehrangehörige engagierten sich 2017 bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Informationen unter: www.dguv.de