Wer aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls ein Trauma erleidet, braucht häufig so früh wie möglich professionelle Unterstützung. Um diese zu garantieren, haben die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen seit 2012 das sogenannte Psycho-therapeutenverfahren eingerichtet. Betroffene Menschen erhalten nach einem Extremereignis zeitnah Hilfe von erfahrenen Psychotherapeuten, damit Symptome rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Ein dramatischer Verkehrsunfall, eine Gewaltattacke, schreckliche Eindrücke während eines Rettungseinsatzes oder Maschinenunfalls – das Erleben extremer Ereignisse kann Menschen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringen. Eine frühzeitige psychologisch-therapeutische Intervention und eine gute soziale Unterstützung helfen, die langfristigen psychischen Folgen einer Traumatisierung zu mildern oder zu verhindern. Dafür wurde das Psychotherapeutenverfahren von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ins Leben gerufen. Ein bundesweites Netzwerk von knapp 700 Psychotherapeuten und -therapeutinnen sorgt dafür, dass traumatisierte Menschen unmittelbar nach dem Ereignis bis zur beruflichen Wiedereingliederung psychologisch betreut und beraten werden. Betroffene können, oftmals schon innerhalb von zwei Wochen, unbürokratisch an fünf Sitzungen teilnehmen, um den Bedarf an weiterführenden Maßnahmen zu klären. Eingeleitet werden die Therapien durch den zuständigen Unfallversicherungsträger, den behandelnden D-Arzt oder die D-Ärztin. Betriebsärzte und -ärztinnen unterstützen bei der Erstbetreuung und koordinieren die Meldewege.

Die am Psychotherapeutenverfahren beteiligten ärztlichen und psychologischen Fachkräfte sind speziell ausgebildet, um psychische Gesundheitsstörungen nach traumatischen Ereignissen zu behandeln. Kontaktdaten können in der Datenbank der Landesbände der DGUV recherchiert werden.

Informationen unter: www.dguv.de