Mit digitalen Medien sicher und gesund arbeiten – so wird aus dem DigitalPakt Schule eine runde Sache

Schnelleres Internet und neue Tablets im Klassenzimmer – das ermöglicht der von Bund und Ländern beschlossene DigitalPakt Schule. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen begrüßen das Programm. Sie weisen aber darauf hin, dass bei der konkreten Umsetzung auch Fragen von Sicherheit und Gesundheit im Umgang mit digitalen Medien berücksichtigt werden müssen. Das betrifft zum Beispiel Bereiche wie Ergonomie, psychische Gesundheit und Medienkompetenz

Das Bild zeigt eine Lehrerin mit jungen Schulkindern, die an einem Tablet üben. 

Expertise auf dem Feld der Bildschirmarbeit – die gesetzliche Unfallversicherung gibt Empfehlungen für einen sicheren und gesunden Umgang mit digitalen Medien in der Schule.

Ob Smartboard, Tablet oder Smartphone – mit dem DigitalPakt Schule eröffnen sich neue Möglichkeiten für Schulen. Wenn Lehrkräfte überlegen, wie sie neue Geräte im Unterricht einsetzen wollen, sollten sie dabei auch Fragen der Sicherheit und Gesundheit berücksichtigen. Das empfehlen die Fachleute der gesetzlichen Unfallversicherung für den Bildungsbereich. „Wer gesund lernt, lernt besser“, sagt Prof. Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Wenn Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften darüber sprechen, welcher Umgang mit digitalen Medien guttut und welcher nicht, profitiert davon aber nicht nur der Lernerfolg. Diese Überlegungen bereiten auch auf eine Arbeitswelt vor, in der Gesundheitskompetenz eine immer wichtigere Rolle spielt.“
Konkrete Empfehlungen ergeben sich zum Beispiel für die Ergonomie: Werden digitale Medien im Unterricht genutzt, müssen diese den grundsätzlichen Anforderungen für Bildschirmarbeitsplätze genügen. Displays sollten mindestens 10 Zoll groß sein, für längeres Lesen oder Texteingaben mindestens 15 Zoll oder größer. Smartphones sind für die längere Lektüre oder die Eingabe von Texten ungeeignet. Mit den Geräten sollte deshalb nicht länger als fünf Minuten am Stück gearbeitet werden.
Neben den ergonomischen Aspekten, steht auch die psychische Gesundheit im Fokus. Hier haben Lehrkräfte eine Schlüsselfunktion. Neben dem technischen und pädagogischen Know-how müssen sie auch Kenntnisse über und den Umgang mit Risiken durch digitale Medien haben. Um eine mediale Reizüberflutung zu vermeiden, sollte der Unterricht aus einem gesunden Mix bestehen: Längere Arbeitsphasen mit digitalen Medien sollten sich mit anderen Lernformen, Erholungs- und Bewegungspausen abwechseln. Insgesamt sollte die Lernzeit mit digitalen Medien ein Drittel des Unterrichtstages nicht überschreiten. „Damit Schülerinnen und Schüler lernen, sicher und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen, sollten Schulen ein Medienkonzept entwickeln“, empfiehlt Prof. Breuer. Denn der sichere und gesunde Umgang mit digitalen Medien gelingt am besten, wenn alle – Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler sowie Eltern – dies von Anfang an gemeinsam mitdenken.
Web: www.dguv.de (Webcode dp1316499)

______________________________________________________________________________________________________________________________

STICHWORT
Beratung
Die Unfallversicherungsträger beraten Bildungseinrichtungen zu Fragen der Sicherheit und Gesundheit – auch beim Einsatz digitaler Medien. Geplant ist eine Branchenregel „Schule“ sowie weitere Informationen – auch in Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz.