Sind Feuerwehrleute durch ihre Tätigkeit einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt? Dieser Frage gehen der DGUV-Fachbereich „Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz“, das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) und weitere Partner in einem Forschungsprojekt nach. Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen, dass die Persönliche Schutzausrüstung ihren Zweck erfüllt, wenn die Hygieneregeln eingehalten werden.

Bei rund 200 Feuerwehrkräften in Berlin und Hamburg wurde die Schadstoffbelastung vor und nach Brandeinsätzen gemessen. Brandrauch enthält krebserregende Stoffe wie etwa polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese und andere Schadstoffe können nicht nur über die Atemwege in den Körper gelangen, sondern auch über die Haut und den Verdauungstrakt. Viele Feuerwehrleute sind sich dieser Risiken jedoch nicht bewusst. Es handelt sich um die erste Studie dieser Art im deutschsprachigen Raum.
Ein erstes Fazit der Studie: die Persönliche Schutzausrüstung  – die Einsatzkleidung – erfüllt ihren Zweck, es kommt aber auf die richtige Hygiene und Reinigung an. Hierbei werden Feuerwehren und Kommunen mit einem neuen Erklärfilm und einer Broschüre zur Einsatzstellenhygiene unterstützt. Langfristig sollen berufsbedingte oder durch die ehrenamtliche Tätigkeit erworbene Erkrankungen vermieden werden. Eine finale Beurteilung ist erst nach Abschluss der Hauptstudie möglich, da in der Pilotstudie nur eine geringe Zahl an Fallbeispielen erfasst wurde.
Bundesweit gibt es etwa 25.000 Freiwillige Feuerwehren und rund 800 Werksfeuerwehren. Sie alle stehen unter dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dem stehen gut 100 Berufsfeuerwehren mit etwa 40.000 verbeamteten Feuerwehrmännern und -frauen gegenüber, die bei Bedarf von Freiwilligen Feuerwehren unterstützt werden.

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