Liebe Leserinnen und Leser,

derzeit bestimmt der Begriff „sozial“ vielerorts die Debatte. In Europa wird eine Säule sozialer Rechte diskutiert, im deutschen Wahlkampf wird soziale Gerechtigkeit zum wichtigen Schlagwort und auch international geht es um soziale Verantwortung. Dies entspringt zumeist nicht einer plötzlichen Rückbesinnung, sondern ist vielmehr die Reaktion auf ein tiefes Bedürfnis der Menschen nach mehr sozialem Zusammenhalt und einer gerechteren Gesellschaft. Lange lag der Fokus auf wirtschafts- und finanzpolitischen Prioritäten – doch die Realität zeigt: Ohne eine soziale Dimension geht es auf Dauer nicht. Sie ist das Fundament unseres Miteinanders. Ein tragender Pfeiler dabei sind die sozialen Sicherungssysteme, die auf einer Solidargemeinschaft aufbauen, Schwächeren Halt geben und für wirtschaftliche Stabilität sorgen. Umso wichtiger ist es, dass dieser Grundpfeiler und seine sozialen Errungenschaften nicht grundsätzlich infrage gestellt werden – sei es durch politische Entscheidungen oder auch nur durch Äußerungen, die den Eindruck erwecken, hierbei handle es sich um etwas Verzichtbares oder gar Hinderliches. Solche Entwicklungen werden wir beobachten, begleiten und wenn nötig, uns zu Wort melden. Nicht umsonst werden wir in vielen Ländern um unsere soziale Stabilität beneidet – wir sollten sie nicht aufs Spiel setzen!

Ihr

Dr. Joachim Breuer

Hauptgeschäftsführer der DGUV