Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung befürworten nachhaltige Pflege

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht weitreichende Änderungen für die Altenpflege vor. Unter anderem soll ein Sofortprogramm den Personalmangel in Pflegeeinrichtungen lindern. Hierfür sollen 8.000 zusätzliche Fachkraftstellen geschaffen werden. Zudem soll es erstmals verbindliche Instrumente der Personalbemessung geben. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen begrüßen diese Pläne. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung plädieren dafür, mehr Ressourcen für die Gesundheit bei der Arbeit in der Pflege bereitzustellen.

Das Bild zeigt eine Altenpflegerin, die ein Glas Wasser einer liegenden Patientin an den Mund führt.
Mehr Fachpersonal zu beschäftigen ist der erste Schritt. Zusätzlich müssen mehr Ressourcen für die Gesundheit der Pflegekräfte bereitgestellt werden.

Es war einer der prägenden Momente des vergangenen Bundestagswahlkampfs: In der ARD-Wahlarena konfrontierte der junge Pfleger Alexander Jorde die Bundeskanzlerin mit dem Fachkräftemangel in der Kranken- und Altenpflege. Ein halbes Jahr später ist klar, dass es Änderungen für die Pflege geben wird. In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD sich auf verschiedene Maßnahmen verständigt, um die Situation in der Pflege zu verbessern – dazu zählt mehr Personal.
„Es ist wichtig, dass in der Pflege etwas passiert“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Prof. Dr. Stephan Brandenburg. Er empfiehlt, auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Blick zu nehmen. „Zusätzliche Stellen sind eine Chance, dass auch größere Zeitkontingente für Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zur Verfügung gestellt werden können – nicht zuletzt auf dem Gebiet der Führung.“
Immer wieder zeigen wissenschaftliche Studien, dass Führung eine zentrale Rolle bei der Gesunderhaltung der Beschäftigten spielt. Darauf nehmen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen auch in ihrer aktuellen Kampagne kommmitmensch Bezug. „Damit Führungskräfte diese Rolle auch wahrnehmen können, benötigen sie allerdings Zeit, zum Beispiel für Einzel- und Gruppengespräche und deren Vorbereitung“, so Brandenburg. „Dabei bietet die BGW vielfältige Unterstützung – unter anderem in Seminaren, Coachings und im Rahmen unserer Organisationsberatung.“ Wer die gesundheitsfördernde Führung bei der Personalbemessung nicht ausreichend berücksichtige, vernachlässige einen wesentlichen Faktor für gesundes und zufriedenes Arbeiten in der Pflege. Zudem empfehle es sich, die Gesundheit der Beschäftigten als eigenen Indikator in die Führungsleitlinien von Pflegeeinrichtungen und in die Qualitätssicherung der Pflege einzubeziehen. Ferner sollte gesundes Arbeiten bereits in der Ausbildung gezielt vermittelt und gefördert werden. „Eine Wende in der Pflege ist möglich“, so Brandenburg. „Aber dafür braucht es unter anderem Rahmenbedingungen, die die Gesundheit der Beschäftigten im Berufsalltag als zentralen Wert definieren und entsprechend berücksichtigen.“


Web: www.bgw-online.de/positionspapier-pflege


 

STICHWORT


Die Kampagne kommmitmensch fördert eine Kultur der Prävention. Die sechs Handlungsfelder haben folgende Schwerpunkte:

  • Führung
  • Kommunikation
  • Beteiligung
  • Fehlerkultur
  • Betriebsklima
  • Sicherheit und Gesundheit als zentrale Werte

Mehr zur Kampagne: www.kommmitmensch.de