Das Risikoobservatorium der DGUV identifiziert zehn Top-Trends

Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller. Neue Technologien und Arbeitsformen halten Einzug – und damit auch neue Risiken für die Erwerbstätigen. Um Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit präventiv begegnen zu können, müssen Trends frühzeitig erkannt werden. Hierfür hat die DGUV in ihrem Institut für Arbeitsschutz (IFA) ein Risikoobservatorium eingerichtet. Dessen erste Arbeitsergebnisse wurden am 19. Oktober 2016 in Berlin vorgestellt. In der Veröffentlichung „Der Mensch im Mittelpunkt: Prioritäten für den Arbeitsschutz von morgen“ präsentiert das IFA die 10 Top-Präventionsthemen für die Arbeitswelt der Zukunft, die von gesellschaftlichen Entwicklungen bis hin zu klassischen Arbeitsschutzthemen zahlreiche Gebiete umfassen.


Neue Entwicklungen prägen eine zunehmend komplexe Arbeitswelt

Grundlage der Ergebnisse ist eine Befragung, die mit 400 Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen durchgeführt wurde. Die Befragten sollten hierbei knapp 100 Entwicklungen hinsichtlich ihrer Relevanz für das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bewerten. Die Auswertung wurde zusätzlich durch Literaturrecherchen zu Risiken und geeigneten Schutzmaßnahmen ergänzt. „Nun wissen wir zum ersten Mal verbindlich und wissenschaftlich fundiert, welche Themen allen Unfallversicherungsträgern gleichermaßen unter den Nägeln brennen und damit das Gros der Beschäftigten betreffen“, sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV. Von nahezu allen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen als besonders dringlich eingestuft erweisen sich die Themen Arbeitsverdichtung, demografischer Wandel und Digitalisierung. Doch auch nicht unmittelbar arbeitsbezogene Themen wie ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel in der Freizeit finden sich in den Top-Trends wieder. Denn auch sie beeinflussen die Arbeitsfähigkeit der Menschen und stellen somit eine Herausforderung für den Arbeitsschutz dar.

„Mit dem Risikoobservatorium haben wir ein wichtiges Instrument geschaffen, das eine übergreifende Vernetzung und den Austausch zwischen den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung ermöglicht.“
Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV

Die ermittelten Top-Themen sind die Grundlage für eine im Vorgriff wirksame, proaktive Präventionsarbeit in den kommenden Jahren und ermöglichen die Entwicklung individueller Präventionsmaßnahmen, die den jeweiligen Trends begegnen. „Mit dem Risikoobservatorium haben wir ein wichtiges Instrument geschaffen, das eine übergreifende Vernetzung und den Austausch zwischen den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung ermöglicht. Wir konnten so die Prioritäten für den Arbeitsschutz der Zukunft gemeinsam identifizieren und können diese nun unter Einziehung des Know-hows aller Beteiligten angehen“, so Breuer.

Web: www.dguv.de  (Webcode: d1159702)