BAuA-Arbeitszeitreport: Überstunden und Wochenendarbeit weit verbreitet


Viele Beschäftigte in Deutschland arbeiten in einer normalen Arbeitswoche mehr als ihre reguläre Arbeitszeit es vorsieht. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitszeitreport 2016, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) am 10. Oktober veröffentlicht hat. Mit ihm legt die BAuA einen umfassenden Überblick zum Thema Arbeitszeit vor. Grundlage des Berichts ist eine repräsentative Befragung von rund 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland. Demnach arbeiten abhängig Vollzeitbeschäftigte in Deutschland in einer normalen Arbeitswoche mit 43,5 Wochenstunden knapp fünf Stunden länger als vertraglich vereinbart (38,6 Stunden).


Knapp jeder fünfte Beschäftigte im Handwerk hat überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden

Die längeren Arbeitszeiten und Überstunden gehen dabei häufig mit Termin- oder Leistungsdruck, einer Überforderung durch die Arbeitsmenge sowie dem Ausfallen von Arbeitspausen einher. Über das Thema Arbeitszeit wird derzeit – vor allem vor dem Hintergrund des Wandels der Arbeitswelt – intensiv diskutiert. Im Vordergrund stehen dabei die Chancen und Risiken der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort sowie entsprechende Arbeitszeitformen, wie erweiterte Erreichbarkeit oder mobile Arbeit. „Uns interessiert unter anderem der Zusammenhang zwischen verschiedenen Arbeitszeitkonstellationen und der Gesundheit der Beschäftigten“, so Isabel Rothe, Präsidentin der BAuA. „Ziel ist es, eine fundierte Datenbasis zur Verfügung zu stellen, die zur systematischen Bewertung und Gestaltung gesundheitsgerechter Arbeitszeitsysteme herangezogen werden kann.“

„Uns interessiert der Zusammenhang zwischen verschiedenen Arbeitszeitkonstellationen und der Gesundheit der Beschäftigten.“
Isabel Rothe, Präsidentin der BAuA

Auch für die gesetzliche Unfallversicherung spielt das Thema Arbeitszeit im Hinblick auf Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung eine wichtige Rolle. So zeigen Studien, dass das Unfallrisiko bei Beschäftigten nach der neunten Arbeitsstunde exponentiell ansteigt. Ebenso stellt der Arbeitszeitreport fest: Bereits ab zwei Überstunden werden von den Befragten deutlich häufiger gesundheitliche Beschwerden genannt – mit steigender Überstundenzahl nehmen insbesondere körperliche Erschöpfung und Schlafstörungen zu.

Der BAuA-Report belegt, dass zahlreiche Beschäftigte auch am Wochenende arbeiten: 43 Prozent arbeiten mindestens einmal im Monat am Wochenende. Mehr als die Hälfte dieser Beschäftigten arbeitet nicht nur an Samstagen, sondern auch an Sonn- und Feiertagen. Besonders problematisch: Wochenendarbeit ist, da sie sozial wertvolle Zeiten besetzt, mit hoher Beanspruchung hinsichtlich Gesundheit und Zufriedenheit verbunden. Insgesamt zeigen die Befragungsergebnisse der BAuA, dass flexible Arbeitszeiten bereits heute die Arbeitszeitrealität von vielen Beschäftigten prägen.

Web: www.baua.de/Arbeitszeitreport-Deutschland