Vorläufige Zahlen für die erste Jahreshälfte veröffentlicht

In der ersten Jahreshälfte 2018 haben 206 Menschen ihr Leben durch einen Arbeitsunfall verloren. Das sind 17 tödliche Arbeitsunfälle weniger als im ersten Halbjahr 2017. Um den positiven Trend fortzuführen, sind weitere Anstrengungen nötig. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen arbeiten hierfür mit der staatlichen Aufsicht Hand in Hand.

Das Bild zeigt Schulkinder beim Überqueren einer Straße. Schülerlotsen sorgen dafür, dass der Verkehr anhält.

Schülerlotsen sorgen für sicheres Geleit im Straßenverkehr. Die Präventionskampagne kommmitmensch der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen wird im Februar 2019 ihre Aktivitäten auf den Bildungsbereich ausweiten.


441.295 meldepflichtige Arbeitsunfälle registrierten die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen den vorläufigen Zahlen zufolge in der ersten Jahreshälfte – eine Zunahme um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 8.735 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund einer unfallbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit (Vorjahr: 8.892). Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ging leicht zurück auf 96.603 – ein Minus von 312. Einen Rückgang von über 7,0 Prozent verzeichneten die Unfallkassen bei den Schulunfällen.

Die Unfallzahlen bestätigen die langfristig gute Entwicklung in Deutschland. So sind in den beiden letzten Jahrzehnten die tödlichen Arbeits-und Wegeunfälle um insgesamt 63 Prozent zurückgegangen, die tödlichen Arbeitsunfälle allein um knapp 60 Prozent. Auch der internationale Vergleich zeigt die positive Entwicklung: Deutschland ist eines von nur vier Ländern der Welt, das nachhaltig über mehrere Jahre das Niveau auf einen tödlichen Arbeitsunfall pro 100.000 Beschäftigte reduziert hat. Das ergab eine weltweite Recherche des Arbeitsministeriums in Singapur. „Auch wenn wir es im langjährigen Vergleich mit niedrigen Unfallzahlen zu tun haben, kann uns diese Situation nicht zufriedenstellen. Jeder einzelne Unfall ist einer zu viel“, sagt Prof. Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Untersuchungen der gesetzlichen Unfallversicherung ergaben, dass Unfälle im Straßenverkehr und durch Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände, Absturzunfälle, Unfälle durch Kräne und pendelnde Lasten sowie Maschinenunfälle für fast die Hälfte der schweren Arbeitsunfälle verantwortlich sind. Um auch in diesen Branchen die Unfälle nachhaltig zu vermeiden, arbeiten staatliche Aufsicht und gesetzliche Unfallversicherung zusammen. Allein seitens der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen gehen jeden Tag über 2.500 Präventionsfachleute in die Betriebe und beraten vor Ort. Jedes Jahr schult die gesetzliche Unfallversicherung fast 400.000 Menschen in Fragen der Sicherheit und Gesundheit und weitere 2 Millionen zur Ersten Hilfe am Arbeitsplatz. Um weitere Fortschritte zu erzielen, bedarf es eines politischen und gesellschaftlichen Willens, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Vorrang einzuräumen. Dafür steht auch die aktuelle Präventionskampagne kommmitmensch.

Web: www.dguv.de (Webcode: d25485)
Web: www.kommmitmensch.de