Instrument der Gefährdungsbeurteilung wird erstmals etabliert

Vor genau 20 Jahren trat das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in Kraft. Es schuf erstmals ein einheitliches Arbeitsschutzrecht, das für nahezu alle Tätigkeitsbereiche und Beschäftigten in Deutschland gilt. Zugleich regelt es die grundlegenden Arbeitsschutzpflichten des Arbeitgebers, die Pflichten und die Rechte der Beschäftigten sowie die Überwachung des Arbeitsschutzes. Vor allem durch die Einführung der Gefährdungsbeurteilung wurden mit dem Gesetz neue Maßstäbe gesetzt. Ganzheitliche und präventive Lösungsansätze sind seither noch stärker in den Fokus des Arbeitsschutzes gerückt. Auch wenn in den vergangenen Jahren vieles angepasst wurde – das Arbeitsschutzgesetz muss sich nun den Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 stellen.

Mit der Gefährdungsbeurteilung sollen potentielle Risiken am Arbeitsplatz identifiziert werden

Am 21. August 1996 wurde die Europäische Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz (89/391/EWG) als Arbeitsschutzgesetz in deutsches Recht umgesetzt. Eine der wichtigsten Neuerungen war die Einführung der Gefährdungsbeurteilung, die die Grundvoraussetzung für zielgerichtete, wirksame und kostengünstige Arbeitsschutzmaßnahmen ist. Sie verpflichtet die Arbeitgeber dazu, die potenziellen Gefährdungen für alle Tätigkeitsbereiche und Beschäftigte abzuschätzen und zu dokumentieren sowie arbeitsschutzfördernde Maßnahmen durchzuführen. In den vergangenen Jahren hat das Thema psychische Belastungen bei der Arbeit an Bedeutung gewonnen: Seit 2013 müssen diese ebenfalls bei der Gefährdungsbeurteilung erfasst werden.

„Das Arbeitsschutzgesetz ist ein Meilenstein für ein modernes, präventiv ausgerichtetes Arbeitsschutzrecht. Die Gefährdungsbeurteilung hat sich bis heute bewährt und dazu beigetragen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle seit Jahren sinkt.“
Dr. Walter Eichendorf

„Das Arbeitsschutzgesetz ist ein Meilenstein für ein modernes, präventiv ausgerichtetes Arbeitsschutzrecht. Die Gefährdungsbeurteilung hat sich bis heute bewährt und dazu beigetragen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle seit Jahren sinkt“, sagt Dr. Walter Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV. Hiervon profitieren auch die Betriebe: Weniger Arbeitsunfälle und Erkrankungen der Beschäftigten tragen zu einer besseren Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit bei. Bei der Umsetzung unterstützen die jeweiligen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen mit Beratung und Information.

Das Arbeitsschutzgesetz geht mit der Zeit und wird so auch in der Arbeitswelt der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. „Die vergangenen 20 Jahre haben gezeigt, dass die Gefährdungsbeurteilung flexibel und anpassungsfähig und damit bestens geeignet ist, um auf die Besonderheiten und die Veränderungen der Betriebe einzugehen“, so Eichendorf. Dieser Ansatz sei nach wie vor hochmodern und biete auch mit Blick auf die gesunde Gestaltung der digitalen Arbeitswelt viel Potenzial: „Im nächsten Schritt wird es darum gehen, den vorausschauenden Arbeitsschutz zu einer echten Präventionskultur weiterzuentwickeln.“
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