Die EU-Kommission hat Ende Juli einen Vorschlag für eine Richtlinie angenommen, der die Arbeitsbedingungen von Seeleuten auf Schiffen, die unter der Flagge eines EU-Mitgliedstaats fahren, verbessern soll. Damit wird eine Vereinbarung zwischen dem Verband der Reeder in der Europäischen Gemeinschaft (ECSA) und der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) in EU-Recht umgesetzt. Die Richtlinie soll Seeleute in Zukunft besser davor schützen, in Auslandshäfen zurückgelassen zu werden.
Nach dem internationalen Seearbeitsübereinkommen werden alle Seeschiffe auf die Einhaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen überprüft. Jeder Flaggenstaat ist für die Handelsschiffe unter seiner Flagge zuständig. Für Schiffe unter deutscher Flagge sind diese Bestimmungen mit dem Seearbeitsgesetz umgesetzt worden. Auch das Recht auf Entschädigung bei Tod oder bei Erwerbsunfähigkeit aufgrund von Arbeitsunfällen, Krankheiten oder Gefährdungen soll die Richtlinie stärken. Damit werden Schadenersatzverfahren verbessert, sodass sich entsprechende Ansprüche schneller und einfacher regeln lassen.
Seeleute, die auf Schiffen unter deutscher Flagge fahren, sind, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihrem Wohnsitz, bei der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr) unfallversichert und haben damit vollumfänglichen Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.

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