Dieses Bild zeigt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV.


Liebe Leserinnen und Leser,

sicher, die Idee des vereinten Europas hat für einige an Glanz verloren. Aber entgegen manch bösem Abgesang ist die Einheit in der Vielfalt – so der Leitspruch der Europäischen Union – aktueller denn je. Unterschiedliche Sprachen und Traditionen werden unter dem Dach „Europa“ zusammengeführt. Länder sind Nachbarn ohne Grenzen. Die Offenheit fördert den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch. Das stärkt den Zusammenhalt und sorgt am Ende für ein friedliches und reges Neben- und Miteinander. Ganz ohne Gesetze und Verwaltungsakte geht das aber nicht. Es bedarf einer Koordinierung – nicht nur zwischen, sondern auch in den EU-Staaten. Diese braucht allerdings Zeit. Bestes Beispiel ist derzeit die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Das ist nicht nur ein nationales Thema. Unter dem Schlagwort E-Government sollen nationale Behördenverfahren auch europaweit online verfügbar sein. Das Ziel: die Freizügigkeit der Unternehmen und EU-Bürgerinnen und -Bürger fördern. Dieser Schritt ist richtig. Doch die Herausforderungen stecken im Detail. Die Umstellung auf Mehrsprachigkeit erfordert einen komplexen Eingriff in die genutzte IT-Infrastruktur. Und ist es wirklich tragbar, alle Verfahren und Leistungen einheitlich und europaweit anzubieten? Das Spannungsfeld zwischen digitaler Einheit einerseits und dem Eingriff in die Autonomie nationaler Verwaltungsverfahren andererseits ist offensichtlich. Umso wichtiger ist der offene Dialog. Und eines ist klar: Es geht um nicht weniger als ein Stück Zukunftsfähigkeit für das vereinte Europa.

Ihr
Dr. Joachim Breuer
Hauptgeschäftsführer der DGUV