Die gesetzliche Unfallversicherung setzt Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit

Die Unfallzahlen stagnieren. Dies geht aus einer Erhebung der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Anfang September veröffentlicht hat. Demnach haben sich die Zahlen der Arbeits- und Wegeunfälle im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Gezielte Schwerpunktsetzung in der Prävention soll für eine positive Entwicklung sorgen.

Das Bild zeigt ein Plakatmotiv der kommmitmensch Kampagne mit einem telefonierenden Autofahrerkommmitmensch, die Präventionskampagne der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, wirbt mit neuen, einprägsamen Motiven für mehr Verkehrssicherheit.

877.198 meldepflichtige Arbeitsunfälle registrierten die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im vergangenen Jahr – eine Zunahme von 0,42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 188.527 Versicherte hatten einen meldepflichtigen Wegeunfall, ein Minus von 2.441. 730 Versicherte verloren aufgrund von Unfällen ihr Leben (2017: 731), davon 420 durch Arbeitsunfälle und 310 durch Wegeunfälle. Dr. Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der DGUV, erklärt: „Für uns gibt es kein akzeptables Restrisiko. Jeder Unfall ist einer zu viel“.
Die Zahlen zeigen, dass über 40 Prozent der tödlichen Unfälle Wegeunfälle sind, also auf dem Weg zur Arbeit oder zurück passieren. Hussy appelliert an Arbeitgeber, Beschäftigte und die Politik, sich um mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu kümmern. „Alle können mehr zur Sicherheit auf den Straßen beitragen: Der Chef, der darauf verzichtet, seine Leute anzurufen, wenn er weiß, dass sie gerade hinter dem Steuer sitzen. Die Politik, indem sie Verkehrsräume insbesondere für die schwächeren Verkehrsteilnehmenden sicher gestaltet. Und jede und jeder Einzelne, indem man Ablenkung vermeidet - im Klartext: öfter mal das Handy weglegen oder die Stöpsel aus dem Ohr nehmen.“
Dieses Thema greift auch kommmitmensch, die aktuelle Präventionskampagne der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, auf. Gestartet mit dem Ziel, eine Kultur der Prävention in allen Betrieben und Einrichtungen zu etablieren, wird sie in den nächsten Monaten zwei Schwerpunkte setzen: zuerst Verkehrsunfälle, in einem zweiten Schritt Absturzunfälle. Diese zwei Unfallarten haben die meisten schweren und tödlichen Unfallfolgen. „Mit der Konzentration auf diese Unfallschwerpunkte wollen wir ganz gezielt sensibilisieren und aufklären und perspektivisch die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle senken.“, so Hussy. Damit das funktioniert, müssen alle Handlungsfelder der Kampagne ineinandergreifen. Für die Verkehrssicherheit bedeutet das: Führungskräfte müssen Verkehrssicherheit wollen, Kommunikation muss auf Augenhöhe stattfinden und Beschäftigte müssen beim Thema Sicherheit im Straßenverkehr einbezogen werden. Das klappt am besten mit einer fairen Fehlerkultur und einem Betriebsklima, welches sicheres Fahrverhalten wertschätzt.
Web: www.dguv.de > Webcode: dp1317520

STICHWORT
Zahlen 2018
Von den 420 tödlichen Arbeitsunfällen ereigneten sich 125 im Straßenverkehr. Bei den 310 tödlichen Wegeunfällen waren es 285. Straßenverkehrsunfälle sind Unfälle, bei denen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen Personen verletzt oder getötet werden.
Web: www.dguv.de > Webcode: d2440