Im November 2010 hatte die Europäische Kommission ihre „Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010 – 2020: Erneutes Engagement für ein barrierefreies Europa“ vorgelegt. Zum Ende der Laufzeit zieht sie mit einer öffentlichen Konsultation Bilanz, auch die DGUV beteiligt sich an der Befragung.
Laut Schätzungen der EU-Kommission wird bis zum Jahr 2020 voraussichtlich ein Fünftel der EU-Bevölkerung von irgendeiner Art Behinderung betroffen sein. Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen steigen werden, da die Bevölkerung in der EU immer älter wird. Mit dem Ziel eines „barrierefreien Europas“ ist die EU-Kommission 2010 mit ihrer Strategie gestartet: Menschen mit Behinderungen sollen möglichst uneingeschränkt und gleichberechtigt mit anderen an der Gesellschaft teilhaben können.
Mit der Konsultation soll bewertet werden, was im Zeitraum 2010-2020 konkret erreicht oder verbessert wurde, aber auch welche Faktoren hemmend gewirkt haben könnten. Die DGUV sieht zum Beispiel als hemmende Faktoren den fehlenden politischen Willen und fehlendes Bewusstsein in der Öffentlichkeit. Aus ihrer Sicht müsste auch das Verständnis für behindertenrelevante Fragen bei politischen Entscheidungsträgern größer werden. Sie verweist zudem auf ihr Strategiepapier „UN-BRK 2025“. Mit dem Leitmotiv „Inklusion ist keine Ausnahme, sie ist die Regel“ hat sich die gesetzliche Unfallversicherung darin zum Ziel gesetzt, Inklusion als Führungs- und Querschnittsaufgabe zu etablieren. Sie möchte zudem in der Öffentlichkeit und Politik als Institution mit Kompetenz und Fachwissen zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit sichtbarer werden.
Mit der öffentlichen Konsultation soll ein möglichst breiter Kreis von Betroffenen und Interessenträgern in den Bewertungsprozess einbezogen werden. Der Konsultationszeitraum läuft noch bis zum 23. Oktober 2019.
Web: www.dguv.de > Webcode: d133311